[de] Kein Recht auf Leben?

Die Lage der Indigenenrechte unter Präsident Bolsonaro

Seit dem Beginn der Amtszeit des rechtsextremen und neoliberalen Präsidenten Jair Bolsonaro Beginn des Jahres 2019 steht es um Indigenenrechte in Brasilien immer schlechter: strukturelle Repressionen und offene Gewalt nehmen zu, die Indigenenbehörde FUNAI bekommt Zuständigkeitsbereiche abgesprochen und die Regierung erschwert NGOs und Aktivist*innen die Arbeit. Wir sprechen in der Sendung mit Flavio Machado vom Indigenen Missionsrat CIMI und mit Glicéria Tupinambá, der Schwester von Cacique Babau, dem Leader der Tupinambá de Olivença. Glicéria und ihre Familie erfuhren in der Vergangenheit immer wieder Morddrohungen, weil sie sich für die Landrechte der indigenen Gemeinschaft Tupinambú de Olivenca einsetzen. Jüngst ist der in einer Whatsapp-gruppe organisierte Mordplan gegen sie aufgedeckt und von den Tupinambá zur Anzeige gebracht worden. Beteiligt an dem Mordplan sind Milizen, Landwirte und Teile der Polizei.

Flavio Machado und Glicéria Tupinambá befinden sich gerade in Genf, wo sie beim Hochkommissariat für Menschenrechte der UN als Berater über die Situation der Indigenenrechte in Brasilien vor allem auch im Zusammenhang mit der neuen Regierung unter Bolsonaro berichten. Wir sprechen mit ihnen über ihre Kämpfe, die Aussichten auf Unterstützungen durch die UN und auch die EU und über das Leben in einem Alltag, der von Morddrohungen durchschnitten wird.


avatar Flavio Machado
avatar Glicéria Tupinambá

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avatar Annika Troitzsch

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[de] VIII Panamazonisches Sozialforum (FOSPA)

Diese Sendung haben wir gemeinsam mit Rádio A Nave direkt während dem VIII Panamazonischen Sozialforum (FOSPA), das Ende April in Tarapoto, Peru, stattfand, aufgenommen. Die Veranstaltung brachte Indigene, Quilimbolas, Flussanwohner*innen und andere traditionelle Gemeinschaften die am Amazonas zu Hause sind zusammen. Insgesamt fanden sich ca. 2000 Personen aus neun Ländern bei dem Treffen ein und diskutierten über alternative, neue Entwicklungsmodelle.

Neben den Diskussionen über die Auswirkungen der Globalisierung war dasForum auch ein treffpunkt der Kulturen der Amazonasregion. Die große Vielfalt an Sprachen und Farben illustrierte die Vielfalt dieser Region. Wir haben diese Chance genutzt einmal tief in diesen Schmelztiegel einzutauchen.

Wir sprachen mit Rafael Pindard, Mitglied des Movimento de Descolonização e Emancipação Social (MDES), das sich für die Unabhängigkeit von Französisch-Guiana einsetzt. Pindard berichtet von der ungewöhnlichen Situation in der sich die 300.000 Einwohner*innen des Landes befinden. Ein Land das auch im 21. Jahrhundert noch immer offiziell einen kleinen Fleck Europa auf dem Südamerikanischen Kontinent darstellt.

Unser zweiter Gast lebt in der Gemeinde Mazagão Velho,  mitten im Staat Amapá. Joseane Calazans ist Geschichtslehrerin und begleitet ein Projekt, dass die Geschichte der Gemeinde und der Region dokumentiert.

Taucht ein in dieses Universum des Amazonas!
Hört und teilt!

Gäste:

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avatar Joseane Calazans

+1C@fé-Team:

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avatar Nils Brock
avatar Jaqueline Deister
avatar Dilliany Justino