[de] Nachhaltig ist so was nicht – Wasserkraftwerke im Amazonas

Wasserkraft als Entwicklungsmotor: Das wird in Lateinamerika seit einem
halben Jahrhundert immer wieder als energiepolitischer Königsweg
gepriesen. Viele Regierungen, Bauunternehmen und Industrievertreter
geraten noch heute in Verzückung, wenn sie am Rio Marañon oder am
Tapajós den Bau riesiger Dämme und Staubecken konzipieren. Allein im
Quellgebiet des Amazonas sind 240 neue Wasserkraftwerke geplant.

Doch die scheinbar so saubere Energiequelle bringt eine ganze
Latte Nebenwirkungen mit sich: Zwangsumsiedlungen, Umweltzerstörung und
eine hohe Schuldenlast für den Staatshaushalt. Zudem sind die Kraftwerke
selten Teil einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie, sondern der
Lebenssaft für Bergbau und Agroindustrie. So sieht es zumindest unser
Berliner Studiogast Thilo Papacek von der Initiative Gegenströmung, mit
dem wir in einer Stunde dem Hydrohype das Wasser abgraben.

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[de] Die Meinungsfreiheit wird dem Wahlkampf geopfert

Nachdem sich die Bundesregierung bereits im Dieselskandal von ihrer beanspruchten globalen Führungsrolle verabschiedet hat legt der Bundesinnenminister am 25. August nach. An diesem Tag wurden in Freiburg 4 Wohnungen und das autonome Zentrum KTS durchsucht und die Plattform linksunten.indymedia.org über den Umweg des Vereinsrechts verboten. Gegen beide Maßnahmen wurden rechtliche Schritte eingeleitet und es gab Solidaritätsbekundungen aus allen Ecken der Welt.

Überall auf der Welt sind nationalistisch / konservative Kräfte auf dem Vormarsch. Demokratische Institutionen und Menschenrechte sind sowohl in Brasilien als auch in Deutschland bedroht. Deshalb an dieser Stelle noch der Hinweis auf den Runden Tisch Brasilien (10. – 12.11.17, Hofgeismar) der sich unter dem Titel Kein Recht weniger!
genau mit diesem Thema beschäftigen wird.

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[de] Gekaperte Debatte – der G20 in Hamburg und seine Folgen

Der G20 Gipfel in Hamburg wird uns noch einige Zeit beschäftigen. Die etablierten Parteien sind sich, abgesehen von der Linkspartei, einig in der Auswertung des Gipfels bzw. vor allem in der Verdammung der Gipfel-Proteste. Sie überbieten sich in absurden Forderungen zur stärkeren Überwachung der linken Szene und erteilen der Polizei Absolution für ihren oftmals rechtswidrigen Einsatz. Die Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus hat mal wieder Hochkonjunktur.

Aber nicht nur die Politik drischt im anlaufenden Wahlkampf auf die Protestierenden ein. Aufgrund der Berichterstattung geht ganz Deutschland davon aus, daß im Schanzenviertel kein Stein mehr auf dem anderen steht und ein ganzer Stadtteil traumatisiert wurde. Bürgerkriegsähnliche Zustände wurden suggeriert und die Schuldigen schnell gefunden: der Schwarze Block / die Linke Szene / internationale Chaoten / die Rote Flora.

Trotz dieses unterirdischen Niveaus der Debatte haben wir uns entschlossen unsere Sichtweise auf die Geschehnisse zu dokumentieren – nicht zu Letzt für ein Publikum in Brasilien, daß noch viel weniger Zugang zu einem Narrativ außerhalb des Mainstreams hat.

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[de] Dieselgate – Korruption „Made in Germany“

Im September 2015 wurde durch die Umweltbehörde (EPA) der USA bekannt, dass die Abgasreinigung bei VW-Dieselfahrzeugen automatisch abgeschaltet wird wenn sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet. In den folgenden Monaten wurde auch bei anderen Fahrzeugherstellern festgestellt, dass sich die realen Abgaswerte von den offiziell angegebenen deutlich unterscheiden. Damit unterlaufen die Fahrzeughersteller vorsätzlich die gesetzlichen Verpflichtungen zur Abgasreinigung und nehmen tötliche Konsequenzen für die Bevölkerung billigend in Kauf.

Um diesen Sakandal besser verstehen zu können haben wir uns Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe in die Sendung geschaltet.

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[de] VIII Panamazonisches Sozialforum (FOSPA)

Diese Sendung haben wir gemeinsam mit Rádio A Nave direkt während dem VIII Panamazonischen Sozialforum (FOSPA), das Ende April in Tarapoto, Peru, stattfand, aufgenommen. Die Veranstaltung brachte Indigene, Quilimbolas, Flussanwohner*innen und andere traditionelle Gemeinschaften die am Amazonas zu Hause sind zusammen. Insgesamt fanden sich ca. 2000 Personen aus neun Ländern bei dem Treffen ein und diskutierten über alternative, neue Entwicklungsmodelle.

Neben den Diskussionen über die Auswirkungen der Globalisierung war dasForum auch ein treffpunkt der Kulturen der Amazonasregion. Die große Vielfalt an Sprachen und Farben illustrierte die Vielfalt dieser Region. Wir haben diese Chance genutzt einmal tief in diesen Schmelztiegel einzutauchen.

Wir sprachen mit Rafael Pindard, Mitglied des Movimento de Descolonização e Emancipação Social (MDES), das sich für die Unabhängigkeit von Französisch-Guiana einsetzt. Pindard berichtet von der ungewöhnlichen Situation in der sich die 300.000 Einwohner*innen des Landes befinden. Ein Land das auch im 21. Jahrhundert noch immer offiziell einen kleinen Fleck Europa auf dem Südamerikanischen Kontinent darstellt.

Unser zweiter Gast lebt in der Gemeinde Mazagão Velho,  mitten im Staat Amapá. Joseane Calazans ist Geschichtslehrerin und begleitet ein Projekt, dass die Geschichte der Gemeinde und der Region dokumentiert.

Taucht ein in dieses Universum des Amazonas!
Hört und teilt!

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[de] Operation Lava Jato​: Das Spiel um die Macht in Brasilien

Die Operation Lava Jato gilt als eine der wichtigsten Kampagnen gegen die Korruption in Brasilien. Nachdem Sie im Jahre 2004 aus einer Kronzeugenaussage Alberto Youssefs hervorging, gewann die Operation Lava Jato vor allem in den letzten drei Jahren immer mehr Unterstützung im Kampf gegen die Geldwäsche, in die auch verschiedene Politiker des Landes involviert sind. Obwohl Lava Jato nicht nur in Brasilien, sondern weltweit bekannt ist, gibt es viel Kritik an der Art und Weise wie die Prozesse geführt werden.

Zum heutigen Podcast eingeladen sind Victor Sugasmoto Romfeld, Masterstudent der Kriminologie an der Universidade Federal do Paraná, und Hermínia Geraldina Ferreira de Carvalho, die als Anwältin und Spezialistin für Wirtschaftskriminalität die durch Lava Jato Angeklagten vertritt. Unter historischen und grundrechtlichen Gesichtspunkten werden im heutigen Podcast wichtige Punkte, wie die Parteilichkeit der Kampagne, illegale Methoden in der Prozessführung und politische und mediale Einflussnahme angesprochen und die vorherrschende Meinung über Lava Jato diskutiert. diese Reflexion ist heute mehr als nötig: Ist Lava Jato vielleicht nicht die integre Antikorruptionskampagne, die sie vorgibt zu sein, sondern nur ein weiteres Werkzeug im Spiel um die Macht?

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[de] Mutige Frauen: Reflexion über die Herausforderungen brasilianischer Frauen in schweren Zeiten

Mit einer Rede, die aus den 30er Jahren stammen könnte, beglückwünschte Michel Temer die Brasilianerinnen zum Internationalen Frauentag am 8. März. Jetzt ist Mut erforderlich für die Mobilisierung und den Kampf gegen die sozialen Rückschritte, die Brasilien in den letzten Jahren erlebte. Mit viel Energie strömten die Brasilianerinnen auf die Straßen um an die Wichtigkeit der Gleichberechtigung der Geschlechter zu erinnern und den abertausdenden Frauen, die Opfer von Gewalt und Vorurteilen werden, zu gedenken. Die Frauenbewegung ist nicht auf Brasilien beschränkt, sondern stemmt sich sowohl in den Nachbarländern Brasiliens als auch in Europa und den USA gegen eine bedrohliche Verschiebung des Diskurses. Mit Adriana Mota und Kristina Hinz sind zwei Expertinnen Teil dieses Podcasts. Sie teilen ihre Analyse und Reflexion über die Situation der Frau im heutigen Brasilien mit uns und zeigen, wie die Frauenbewegung organisiert ist, um den Frauen in einem rückwärtsgewandten und machistischen Umfeld eine Stimme zu verleihen.

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[de] 1. internationale Treffen für die Demokratie und gegen den Staatsstreich in Brasilien

Vom 27. bis zum 29. Januar trafen sich in Amsterdam verschiedene Gruppen undVereinigungen von in Europa lebenden Brasilianern, die sich für die Demokratie in Brasilien und gegen die Regierung von Michel Temer stark machen.

Cecilia de Carvalho Rodrigues, die sich in der Gruppe „Brasileirxs em Frankfurt
contra o retrocesso („BrasilianerInnen in Frankfurt gegen den Rückschritt“) engagiert, war bei dem Treffen dabei und berichtet uns in dieser Sendung von ihren Eindrücken der Veranstaltung, den inhaltlichen Themen und darüber, wie wichtig es ist, sich als politische Gruppe mit anderen Gruppen und Kollektiven, die sich mit ähnlichen Themen auseinandersetzen, zu vernetzen, auszutauschen und zu begegnen.

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Links:

  • Kollektiv gegen Temer von Peter Steiniger, Artikel zum Treffen in Amsterdam (deutsch)
  • Ausschnitte des Podcasts auf Deutsch im Freien-Radio-Netz
  • Musik: Música pela democracia, das Lied zu der Bewegung
  • Musiktipp von Cecilia: Falo von Carne doce
    “Ein Moment bei dem Treffen in Amsterdam, der mich besonders begeistert hat, war  die Teilnahme von Márcia Tiburi, die übers Internet zugeschaltet war. Ihre Worte haben uns wachgerüttelt. Deshalb möchte ich euch gerne noch ein Lied ans Herz legen, das bei mir ein ähnliches Gefühl ausgelöst hat wie die Rede von Márcia Tiburi. Eine Art des Sich-Identifizieren-Könnens, sicherlich auch hinsichtlich
    meiner eigenen Erfahrungen als Frau. Das Lied „Falo“, mit Text und Melodie von Salma Jô, Sängerin der Band Carne doce, klingt zwar harmlos und schön, aber es verurteilt auf eine wunderbar poetische Art die verschiedenen Wege, auf denen unterschwellig und symbolische Gewalt auf Frauen ausgeübt wird – zum Beispiel wenn durch bestimmte sprachliche Formulierungen Frauen das Wort genommen wird  und bestimmte Orte des Diskurses für Frauen einzig und allein wegen ihres Geschlechtes weniger zugänglich sind.
    Es ist an der Zeit, sich dem zu widersetzen – jetzt und immer.”