[de] Zeiten fundamentaler Veränderung

Das Corona Virus breitet sich rasend schnell in Brasilien aus und von der Regierung kommt keine Unterstützung – besonders für Menschen, die nicht zur Elite oder Mittelschicht gehören. Wir sprechen mit Carlos Magno vom Centro Sabiá, einer NGO, die sich für die Entwicklung der Agrarökologie in Pernambuco einsetzt:

Haben die Menschen die Möglichkeit, zu Hause zu bleiben? Vor welche Herausforderungen stellt das Virus die Arbeiter*innen und Strukturen des Centro Sabiá? Welche Optionen hat der Bundesstaat, Maßnahmen zu ergreifen und tut er das? Die ganze Welt fährt momentan die Wirtschaft herunter – ist jetzt der Zeitpunkt, um alternative, solidarische Wirtschafts- und Lebensweisen außerhalb des Kapitalismus zu etablieren?

Carlos spricht über die Situation vor Ort und stellt Forderungen, die ein gutes Leben für alle Menschen, in allen Gesellschaftsschichten herstellen sollen.

Die Sendung wurde in Kooperation mit terre des hommes schweiz erstellt.

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[de] Corona-Pandemie in Brasilien & Deutschland

In diesen Tagen gibt es kein anderes Thema als die globale Ausbreitung des Corona Virus die natürlich auch vor Deutschland und Brasilien nicht halt macht. Die Ursprungsbesetzung des Podcasts tauscht sich heute über die Konsequenzen der Pandemie in Deutschland und Brasilien aus. Welche Auswirkungen hat die Krankheit auf die Gesellschaften in unseren Ländern? Wie gehen die Behörden mit der Krise um?

Unsere Protagonisten berichten von ihrer Situation in Brasilia, Berlin, Freiburg im Breisgau und Nova Friburgo in Rio de Janeiro.

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[de] Amazonas – ein lebendiger Kohlenstoffspeicher

Die Lunge der Erde produziert nicht nur Sauerstoff zum Atmen sondern auch den Regen der in anderen Landesteilen abregnen. Der Wald ist ein massiver Kohlenstoffspeicher und spielt damit auch im globalen Kampf gegen den Klimawandel eine wichtige Rolle.

Ein Garant für diese zahlreichen Funktionen die der Amazonas für die Menschheit innehat ist die indigene Bevölkerung vor Ort. Leider wachsen die Bedrohungen sowohl für die Indigenen als auch für den Wald an sich seit dem Amtsantritt von Jair Bolsonaro massiv an. Im Februar ernannte er einen Missionar zum Beauftragen für unkontaktierte Völker und vergangenes Jahr entließ er den Chef des brasilianischen Raumfahrtinstituts weil dieser mit Satellitenanalysen einen massiven Anstieg der Entwaldung nachgewiesen hatte.

Wie es um die Region bestellt ist diskutieren wir heute mit Gustavo Faleiros vom Portal infoamazonia.org

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[de] Was darf Satire?

Zensur in der Kultur – das ist heute unser Thema bei +1Cafe. Bis wohin gilt die Meinungsfreiheit? Ist jegliche Grenze der Meinungsfreiheit schon Zensur?
Wir schaffen es natürlich nicht diese Fragen endgültig zu beantworten aber zeigen einige Argumentationslinien auf. Wir beschreiben an Hand von Beispielen aus Deutschland (Böhmerman Affäre, WDR-Kinderchor) und Brasilien (Weihnachtspezial von Porta dos Fundos, Film: Marighella) wie die politischen und juristischen Institutionen mit provozierenden Beiträge umgehen. Natürlich spielt auch immer der gesellschaftliche Druck eine entscheidende Rolle. Wir sprechen über subtile, neue Arten der Zensur in Brasilien und das schwache Rückgrat politischer Entscheidungsträger in Deutschland.

[de] Von Chile lernen – bloß was?

Bei seinem Chile-Besuch im März diesen Jahres lobte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro das Land als Vorbild und “lateinamerikanische Referenz”. Hier gäbe es viel zu lernen, habe das Land doch ein gutes Renten- und Bildungssystem, produziere Technologien und treibe Handel mit der ganzen Welt. Doch in genau jener „Oase” (O-Ton Sebastián Pinera, chilenischer Präsident) probt die Bevölkerung seit Wochen den Aufstand. Denn trotz makroöknomischen Erfolgsstatistiken ist der Alltag vieler geprägt von sozialen Ausschlüssen, prekären Arbeitsbedingungen und Angst vor Altersarmut. Grund genug für +1C@fé dem Mythos Chile auf den Zahn zu fühlen. Gemeinsam mit dem chilenischen Soziologen Marco Ceballos von der Universität Andrés Bello in Santiago fragen wir nach, wer in Südamerika von wem lernen kann, was für eine Rolle Weltbank und Europa für politische Reformen spielen und mit wie viel Rente ein chilenischer Sozialwissenschaftler rechnen kann.


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[de] Woher kommt das Öl?

In dieser Folge sprechen wir über die größte Umweltkatastrophe in betroffener Fläche Brasiliens. Seit Monaten werden an der brasilianischen Atlantikküste Ölklumpen angeschwemmt. An mehr als 600 Stränden wurde das Öl bereits registriert. Insgesamt sind schon mehr als 3000 km Küste betroffen. Alle Staaten des Nordosten sind bereits betroffen und in den kommenden Tagen wird das Öl voraussichtlich auch Rio de Janeiro erreichen.

Während das Öl an die Strände und die Mangrovenwälder gespült wird rätseln wir über zwei Fragen:
1. Wo ist die Quelle dieser Verschmutzung?
2. Wie kann es sein, daß die Regierung diese Umweltkatastrophe nun schon seit mehr als 80 Tagen ignoriert?

In Deutschland ist seit 15 Tagen praktisch nichts mehr zu dieser weiterhin fortschreitenden Umweltkatastrophe geschrieben worden. Weil es praktisch keine neue Erkenntnisse gibt wird das Thema ignoriert. Gleichzeitig finden in der letzten Novemberwoche Regierungsverhandlungen zur “nachhaltigen Entwicklung” zwischen dem BMZ und dem brasilianischen Außenministerium in Bonn statt. Vielleicht ist das eine gute Gelegenheit um über das Verständnis von Nachhaltigkeit zu sprechen.

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[de] Zensur und Drohungen in den öffentlichen Medien

Wir widmen uns erneut dem öffentlich-rechtlichen Kommunikationsunternehmen EBC (Empresa Brasil de Comunicação). Die EBC wurde 2007 gegründet mit dem Ziel, die Pluralität im Rundfunk auszubauen., der in Brasilien seit jeher unter privater Hand und von einigen wenigen Eigentümern gesteuert wird und somit als Oligopol zu bezeichnen ist.
Wir nehmen außerdem den Einsturz des Unternehmens wieder auf, der seinen Anfangspunkt im Jahr 2016 hat, als der Putsch die damalige Präsidentin Dilma Rousseff absetzte – wenige Tage nach der Amtsenthebung nahm die neue Regierung gesetzliche Veränderungen und Restriktionen vor, um die zuvor gewährleistete Unabhängigkeit und Autonomie der EBC abzuschneiden und abzubauen. Die Drohungen gegenüber dem Unternehmen wachsen weiterhin an, insbesondere unter der Regierung des derzeitigen Präsidenten Jair Bolsonaro, der bereits seit Anbeginn der Wahlen die Schließung des Unternehmens angekündigt hat.

In diesem Zusammenhang sprechen wir mit der Journalistin Lívia Duarte, die +1c@fe gegründet hat und bei der EBC selbst angestellt war. Weiterhin betrieb sie im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Brasilia auch Forschungen über das Unternehmen, mitunter in Form von Interviews, die sie mit den Angestellten führte. Bei den MitarbeiterInnen stellt sie einen hohen Frustrationspegel fest: sie werden gehindert, qualitativ hochwertige Medienarbeit zu leisten, größtenteils durch Zensurfälle – unter diesen gab es auch schon Beiträge, die öffentlich angeklagt und zensiert wurden. Außerdem sprechen wir über die aktuelle Krisensituation und Arbeitslosigkeit in Brasilien.

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[de] Wüste oder Lebensraum? Der semiaride Nordosten

Der Sertão erstreckt sich über die Bundesstaaten Alagoas, Bahia, Ceará, Paraíba, Pernambuco, Piauí, Rio Grande do Norte und Sergipe, bis in den Norden von Minas Gerais auf einer Fläche die etwa so groß ist wie Frankreich, Deutschland und England zusammen. Die Region wird oftmals als Armenhaus der Nation bezeichnet weil die periodisch auftretenden Trockenperioden in der Vergangenheit zahlreichen Menschen das Leben kosteten und zu einer großen internen Migration in Richtung der Großstädte führte.

Das regionale Institut für angepaßte Kleinbauernlandwirtschaft und Tierhaltung (IRPAA) versucht dieses Bild der Region zu verändern indem es erfolgreiche Beispiele einer eine neuen klimagerechten Wirtschafts- und Lebensform dokumentiert und weiter verbreitet.

Haroldo und Maria arbeiten schon seit Jahrzehnten beim IRPAA und geben uns einen ersten Einblick in die Region.

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[de] vaza jato – die Enthüllungen von The Intercept

Im Juni 2019 begannen die Enthüllungen der Plattform The Intercept zu den Verbindungen zwischen der ermittelnden Staatsanwaltschaft und dem mit dem Fall betrauten Richter Sergio Moro, der mittlerweile Justizminister ist.

Eine mögliche Konsequenz dieser Enthüllungen könnte die Freilassung des ex-Präsidenten Lulas führen weil dieser offensichtlich in einem politisch motivierten Prozess verurteilt wurde.

Wir sprechen mit Mario Schenk der zu den Enthüllungen auf der Plattform Amerika21.de berichtet.


avatar Mario Schenk

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[de] 100 Tage Bolsonaro

Die Nacht der langen Messer ist vorerst ausgeblieben. Das ist die Kurzbilanz nach dem 1. Quartal der Regierungszeit von Bolsonaro. Die Einstellung der Regierung hat sich allerdings nicht geändert. Vielmehr mussten die “Vamos dar um jeito” (etwa: “Wir kriegen das irgendwie hin”) Fraktion anerkennen, dass Politik komplizierter ist und ein Präsident kein alleinherschender König ist.

In den letzten Wochen fand sowohl die Frühjahrstagung der Kooperation Brasilien in Frankfurt als auch das europäische Treffen der Freundinnen und Freunde der Landlosenbewegung in Paris statt. Eine gute Gelegenheit um sowohl mit Aktivist*innen aus Brasilien als auch innerhalb der europäischen Soli-Szene eine erste Bilanz der Regierung von Jair Bolsonaro zu ziehen und gemeinsam zu überlegen was eine adequate Antwort der sozialen Bewegungen auf die vielfältigen Bedrohungen sein könnte.

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