[de] Bis zum letzten Tropfen – drohender Ausverkauf des brasilianischen Wassers

Vom 17. bis zum 22. März findet in Brasília das Fórum alternativo mundial da água, das alternative Weltwasserforum statt. Das Forum, bei dem verschiedene Nichtregierungsorganisationen und soziale Projekte für einen gerechten Umgang mit den Wasservorräten Brasiliens und der Wasserversorgung einstehen, bildet das Gegenforum zum gleichzeitig in Brasília stattfindenden Weltwasserforum, das vom Weltwasserrat organisiert wird und bei dem internationale Konzerne und Organisationen alle Fragen rund ums Thema Wasser unter sich ausmachen. Die Privatisierung von Wasser, kurzfristige und gewinnbringende „Lösungen“ für die Wasserversorgung und vorgeblich „nachhaltige“ Ansätze werden hier diskutiert werden.

In unserer Sendung werfen wir vorab einen Blick auf Forum und Gegenforum und beleuchten die aktuellen Liebeleien zwischen der brasilianischen Regierung und Großkonzernen wie Nestlé, wenn es um die Privatisierung von Wasser geht. Als Experte für dieses Thema haben wir Franklin Frederick mit dabei, der sich in der Schweiz mit Nestlés Wasserprivatisierungsaktionen in Brasilien beschäftigt.
Am Ende gehen wir noch kurz auf die von Temer angekündigte Militärintervention in Rio de Janeiro ein, die ein klares Signal ist an alle Aktivist*innen, die sich für Weltsozialforum und Alternatives Wasserforum im März in Brasilien einfinden.

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[de] Armut ist grenzenlos!

Nachdem es in den letzten Jahren so aussah, als sei Armut, die hungern lässt, etwas, das die brasilianische Gesellschaft erfolgreich hinter sich gelassen hat, machte dieses Weihnachten das Conselho da Ação da Cidadania (Bürger*innen-Aktion) mit der zurückgekehrten Kampagne „Natal sem fome“, Weihnachten ohne Hunger, wieder auf die schwierige Situation im Land aufmerksam. Drei Jahre nachdem Brasilien von der Welthungerkarte der FAO verschwunden war, sieht es im Moment so aus, als könnte es nächstes Jahr wieder auf der Karte zu finden sein.

In unserer Sendung sprechen wir über die verschiedenen Gesichter der Armut in Brasilien und Deutschland und wie sie mit politischen und strukturellen Gegebenheiten zusammenhängen.

In Deutschland fassen wir vor allem die Armut ins Auge, der viele Geflüchtete und Migrant*innen im Land ausgesetzt sind, da sie schlechten Zugang zum Arbeitsmarkt oder zu Bildung haben und häufig mit Diskriminierungen konfrontiert werden.

Mit uns sprechen über dieses Thema unsere beiden Gäste Francisco Menezes aus Brasilien, der Wirtschaftswissenschaftler am Brasilianischen Institut für soziale und wirtschaftliche Analysen (ibase) ist, die Organisation „ActionAid“ berät und von 2004 bis 2007 Vorsitzender des nationalen Rats für Sicherheit der Ernährung war, sowie Astrid Schäfers in Berlin. Sie hat eine Zeit lang im Nordosten Brasiliens gewohnt, ist Journalistin und arbeitet momentan als Lehrerin für sogenannte „Willkommensklassen“, wo sie migrierten und geflüchteten Kindern Deutsch beibringt.

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[de] Hatespeech: zwischen Hasskommentaren und struktureller Diskriminerung

Hatespeech – ein Begriff der im Moment in verschiedenen Diskursen immer wieder auftaucht. Während in Deutschland in der letzten Zeit viel über die Entfernung von rechten, hetzenden Hasskommentaren aus dem Internet diskutiert wird, steht man in Brasilien vor dem Problem, dass rassistische oder homophobe diskriminierende Aussagen auf politischer Ebene (wieder) zur Tagesordnung zu gehören scheinen. Einflussreiche rechte Politiker wie zum Beispiel Jair Bolsonaro, der auch ein möglicher Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2018 ist, äußern in der Presse oder im Parlament diskriminierende Worte gegen jene sozialen Gruppen, die besonders vulnerabel sind. Die Aussagen landen dann teilweise als Videoclips auf sozialen Plattformen, wo sie mit zustimmenden diskriminierenden Kommentaren versehen werden. Ein Szenario das mit dem Einzug von knapp 100 Parlamentarier*innen der AfD vielleicht auch in Deutschland bald zur traurigen Realität werden könnte.

Wie und ob rechtlich gegen diese rassistischen, homophoben und sexistischen Hatespeeches vorgegangen werden kann und worin eventuell eine strukturelle oder politische Ursache für diese Entwicklungen liegen kann, verdeutlicht uns unser Gast, Renato Almeida de Freitas Junior.

Renato hat an der Bundesuniversität Paraná Jura studiert und arbeitet dort jetzt im Bereich des Strafrechts, der Kriminologie und der Gewaltsoziologie. Er setzt sich als Anwalt für benachteiligte soziale Gruppen ein und nimmt eine wichtige Rolle innerhalb des Movimento negro ein – eine Bewegung, die sich für Menschenrechte für die afrobrasilianische Bevölkerung und die Periferien Brasiliens einsetzt. Renato hält an verschiedenen Orten in Brasilien immer wieder Vorträge oder Diskussionen zu diesem Thema und versucht damit, die Relevanz der Emanzipation der afrobrasilianischen Bevölkerung und das Bewusstsein bezüglich der sozialen Wirklichkeiten in Brasilien an ganz verschiedene Menschen heranzutragen.

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[de] Nachhaltig ist so was nicht – Wasserkraftwerke im Amazonas

Wasserkraft als Entwicklungsmotor: Das wird in Lateinamerika seit einem
halben Jahrhundert immer wieder als energiepolitischer Königsweg
gepriesen. Viele Regierungen, Bauunternehmen und Industrievertreter
geraten noch heute in Verzückung, wenn sie am Rio Marañon oder am
Tapajós den Bau riesiger Dämme und Staubecken konzipieren. Allein im
Quellgebiet des Amazonas sind 240 neue Wasserkraftwerke geplant.

Doch die scheinbar so saubere Energiequelle bringt eine ganze
Latte Nebenwirkungen mit sich: Zwangsumsiedlungen, Umweltzerstörung und
eine hohe Schuldenlast für den Staatshaushalt. Zudem sind die Kraftwerke
selten Teil einer nachhaltigen Entwicklungsstrategie, sondern der
Lebenssaft für Bergbau und Agroindustrie. So sieht es zumindest unser
Berliner Studiogast Thilo Papacek von der Initiative Gegenströmung, mit
dem wir in einer Stunde dem Hydrohype das Wasser abgraben.

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[de] Die Meinungsfreiheit wird dem Wahlkampf geopfert

Nachdem sich die Bundesregierung bereits im Dieselskandal von ihrer beanspruchten globalen Führungsrolle verabschiedet hat legt der Bundesinnenminister am 25. August nach. An diesem Tag wurden in Freiburg 4 Wohnungen und das autonome Zentrum KTS durchsucht und die Plattform linksunten.indymedia.org über den Umweg des Vereinsrechts verboten. Gegen beide Maßnahmen wurden rechtliche Schritte eingeleitet und es gab Solidaritätsbekundungen aus allen Ecken der Welt.

Überall auf der Welt sind nationalistisch / konservative Kräfte auf dem Vormarsch. Demokratische Institutionen und Menschenrechte sind sowohl in Brasilien als auch in Deutschland bedroht. Deshalb an dieser Stelle noch der Hinweis auf den Runden Tisch Brasilien (10. – 12.11.17, Hofgeismar) der sich unter dem Titel Kein Recht weniger!
genau mit diesem Thema beschäftigen wird.

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[de] Gekaperte Debatte – der G20 in Hamburg und seine Folgen

Der G20 Gipfel in Hamburg wird uns noch einige Zeit beschäftigen. Die etablierten Parteien sind sich, abgesehen von der Linkspartei, einig in der Auswertung des Gipfels bzw. vor allem in der Verdammung der Gipfel-Proteste. Sie überbieten sich in absurden Forderungen zur stärkeren Überwachung der linken Szene und erteilen der Polizei Absolution für ihren oftmals rechtswidrigen Einsatz. Die Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus hat mal wieder Hochkonjunktur.

Aber nicht nur die Politik drischt im anlaufenden Wahlkampf auf die Protestierenden ein. Aufgrund der Berichterstattung geht ganz Deutschland davon aus, daß im Schanzenviertel kein Stein mehr auf dem anderen steht und ein ganzer Stadtteil traumatisiert wurde. Bürgerkriegsähnliche Zustände wurden suggeriert und die Schuldigen schnell gefunden: der Schwarze Block / die Linke Szene / internationale Chaoten / die Rote Flora.

Trotz dieses unterirdischen Niveaus der Debatte haben wir uns entschlossen unsere Sichtweise auf die Geschehnisse zu dokumentieren – nicht zu Letzt für ein Publikum in Brasilien, daß noch viel weniger Zugang zu einem Narrativ außerhalb des Mainstreams hat.

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[de] Dieselgate – Korruption „Made in Germany“

Im September 2015 wurde durch die Umweltbehörde (EPA) der USA bekannt, dass die Abgasreinigung bei VW-Dieselfahrzeugen automatisch abgeschaltet wird wenn sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befindet. In den folgenden Monaten wurde auch bei anderen Fahrzeugherstellern festgestellt, dass sich die realen Abgaswerte von den offiziell angegebenen deutlich unterscheiden. Damit unterlaufen die Fahrzeughersteller vorsätzlich die gesetzlichen Verpflichtungen zur Abgasreinigung und nehmen tötliche Konsequenzen für die Bevölkerung billigend in Kauf.

Um diesen Sakandal besser verstehen zu können haben wir uns Jürgen Resch von der Deutschen Umwelthilfe in die Sendung geschaltet.

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[de] VIII Panamazonisches Sozialforum (FOSPA)

Diese Sendung haben wir gemeinsam mit Rádio A Nave direkt während dem VIII Panamazonischen Sozialforum (FOSPA), das Ende April in Tarapoto, Peru, stattfand, aufgenommen. Die Veranstaltung brachte Indigene, Quilimbolas, Flussanwohner*innen und andere traditionelle Gemeinschaften die am Amazonas zu Hause sind zusammen. Insgesamt fanden sich ca. 2000 Personen aus neun Ländern bei dem Treffen ein und diskutierten über alternative, neue Entwicklungsmodelle.

Neben den Diskussionen über die Auswirkungen der Globalisierung war dasForum auch ein treffpunkt der Kulturen der Amazonasregion. Die große Vielfalt an Sprachen und Farben illustrierte die Vielfalt dieser Region. Wir haben diese Chance genutzt einmal tief in diesen Schmelztiegel einzutauchen.

Wir sprachen mit Rafael Pindard, Mitglied des Movimento de Descolonização e Emancipação Social (MDES), das sich für die Unabhängigkeit von Französisch-Guiana einsetzt. Pindard berichtet von der ungewöhnlichen Situation in der sich die 300.000 Einwohner*innen des Landes befinden. Ein Land das auch im 21. Jahrhundert noch immer offiziell einen kleinen Fleck Europa auf dem Südamerikanischen Kontinent darstellt.

Unser zweiter Gast lebt in der Gemeinde Mazagão Velho,  mitten im Staat Amapá. Joseane Calazans ist Geschichtslehrerin und begleitet ein Projekt, dass die Geschichte der Gemeinde und der Region dokumentiert.

Taucht ein in dieses Universum des Amazonas!
Hört und teilt!

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[de] Operation Lava Jato​: Das Spiel um die Macht in Brasilien

Die Operation Lava Jato gilt als eine der wichtigsten Kampagnen gegen die Korruption in Brasilien. Nachdem Sie im Jahre 2004 aus einer Kronzeugenaussage Alberto Youssefs hervorging, gewann die Operation Lava Jato vor allem in den letzten drei Jahren immer mehr Unterstützung im Kampf gegen die Geldwäsche, in die auch verschiedene Politiker des Landes involviert sind. Obwohl Lava Jato nicht nur in Brasilien, sondern weltweit bekannt ist, gibt es viel Kritik an der Art und Weise wie die Prozesse geführt werden.

Zum heutigen Podcast eingeladen sind Victor Sugasmoto Romfeld, Masterstudent der Kriminologie an der Universidade Federal do Paraná, und Hermínia Geraldina Ferreira de Carvalho, die als Anwältin und Spezialistin für Wirtschaftskriminalität die durch Lava Jato Angeklagten vertritt. Unter historischen und grundrechtlichen Gesichtspunkten werden im heutigen Podcast wichtige Punkte, wie die Parteilichkeit der Kampagne, illegale Methoden in der Prozessführung und politische und mediale Einflussnahme angesprochen und die vorherrschende Meinung über Lava Jato diskutiert. diese Reflexion ist heute mehr als nötig: Ist Lava Jato vielleicht nicht die integre Antikorruptionskampagne, die sie vorgibt zu sein, sondern nur ein weiteres Werkzeug im Spiel um die Macht?

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[de] Mutige Frauen: Reflexion über die Herausforderungen brasilianischer Frauen in schweren Zeiten

Mit einer Rede, die aus den 30er Jahren stammen könnte, beglückwünschte Michel Temer die Brasilianerinnen zum Internationalen Frauentag am 8. März. Jetzt ist Mut erforderlich für die Mobilisierung und den Kampf gegen die sozialen Rückschritte, die Brasilien in den letzten Jahren erlebte. Mit viel Energie strömten die Brasilianerinnen auf die Straßen um an die Wichtigkeit der Gleichberechtigung der Geschlechter zu erinnern und den abertausdenden Frauen, die Opfer von Gewalt und Vorurteilen werden, zu gedenken. Die Frauenbewegung ist nicht auf Brasilien beschränkt, sondern stemmt sich sowohl in den Nachbarländern Brasiliens als auch in Europa und den USA gegen eine bedrohliche Verschiebung des Diskurses. Mit Adriana Mota und Kristina Hinz sind zwei Expertinnen Teil dieses Podcasts. Sie teilen ihre Analyse und Reflexion über die Situation der Frau im heutigen Brasilien mit uns und zeigen, wie die Frauenbewegung organisiert ist, um den Frauen in einem rückwärtsgewandten und machistischen Umfeld eine Stimme zu verleihen.

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