[de] Was darf Satire?

Zensur in der Kultur – das ist heute unser Thema bei +1Cafe. Bis wohin gilt die Meinungsfreiheit? Ist jegliche Grenze der Meinungsfreiheit schon Zensur?
Wir schaffen es natürlich nicht diese Fragen endgültig zu beantworten aber zeigen einige Argumentationslinien auf. Wir beschreiben an Hand von Beispielen aus Deutschland (Böhmerman Affäre, WDR-Kinderchor) und Brasilien (Weihnachtspezial von Porta dos Fundos, Film: Marighella) wie die politischen und juristischen Institutionen mit provozierenden Beiträge umgehen. Natürlich spielt auch immer der gesellschaftliche Druck eine entscheidende Rolle. Wir sprechen über subtile, neue Arten der Zensur in Brasilien und das schwache Rückgrat politischer Entscheidungsträger in Deutschland.

[de] Von Chile lernen – bloß was?

Bei seinem Chile-Besuch im März diesen Jahres lobte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro das Land als Vorbild und “lateinamerikanische Referenz”. Hier gäbe es viel zu lernen, habe das Land doch ein gutes Renten- und Bildungssystem, produziere Technologien und treibe Handel mit der ganzen Welt. Doch in genau jener „Oase” (O-Ton Sebastián Pinera, chilenischer Präsident) probt die Bevölkerung seit Wochen den Aufstand. Denn trotz makroöknomischen Erfolgsstatistiken ist der Alltag vieler geprägt von sozialen Ausschlüssen, prekären Arbeitsbedingungen und Angst vor Altersarmut. Grund genug für +1C@fé dem Mythos Chile auf den Zahn zu fühlen. Gemeinsam mit dem chilenischen Soziologen Marco Ceballos von der Universität Andrés Bello in Santiago fragen wir nach, wer in Südamerika von wem lernen kann, was für eine Rolle Weltbank und Europa für politische Reformen spielen und mit wie viel Rente ein chilenischer Sozialwissenschaftler rechnen kann.


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[de] Woher kommt das Öl?

In dieser Folge sprechen wir über die größte Umweltkatastrophe in betroffener Fläche Brasiliens. Seit Monaten werden an der brasilianischen Atlantikküste Ölklumpen angeschwemmt. An mehr als 600 Stränden wurde das Öl bereits registriert. Insgesamt sind schon mehr als 3000 km Küste betroffen. Alle Staaten des Nordosten sind bereits betroffen und in den kommenden Tagen wird das Öl voraussichtlich auch Rio de Janeiro erreichen.

Während das Öl an die Strände und die Mangrovenwälder gespült wird rätseln wir über zwei Fragen:
1. Wo ist die Quelle dieser Verschmutzung?
2. Wie kann es sein, daß die Regierung diese Umweltkatastrophe nun schon seit mehr als 80 Tagen ignoriert?

In Deutschland ist seit 15 Tagen praktisch nichts mehr zu dieser weiterhin fortschreitenden Umweltkatastrophe geschrieben worden. Weil es praktisch keine neue Erkenntnisse gibt wird das Thema ignoriert. Gleichzeitig finden in der letzten Novemberwoche Regierungsverhandlungen zur “nachhaltigen Entwicklung” zwischen dem BMZ und dem brasilianischen Außenministerium in Bonn statt. Vielleicht ist das eine gute Gelegenheit um über das Verständnis von Nachhaltigkeit zu sprechen.

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avatar Nils Brock
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[de] Zensur und Drohungen in den öffentlichen Medien

Wir widmen uns erneut dem öffentlich-rechtlichen Kommunikationsunternehmen EBC (Empresa Brasil de Comunicação). Die EBC wurde 2007 gegründet mit dem Ziel, die Pluralität im Rundfunk auszubauen., der in Brasilien seit jeher unter privater Hand und von einigen wenigen Eigentümern gesteuert wird und somit als Oligopol zu bezeichnen ist.
Wir nehmen außerdem den Einsturz des Unternehmens wieder auf, der seinen Anfangspunkt im Jahr 2016 hat, als der Putsch die damalige Präsidentin Dilma Rousseff absetzte – wenige Tage nach der Amtsenthebung nahm die neue Regierung gesetzliche Veränderungen und Restriktionen vor, um die zuvor gewährleistete Unabhängigkeit und Autonomie der EBC abzuschneiden und abzubauen. Die Drohungen gegenüber dem Unternehmen wachsen weiterhin an, insbesondere unter der Regierung des derzeitigen Präsidenten Jair Bolsonaro, der bereits seit Anbeginn der Wahlen die Schließung des Unternehmens angekündigt hat.

In diesem Zusammenhang sprechen wir mit der Journalistin Lívia Duarte, die +1c@fe gegründet hat und bei der EBC selbst angestellt war. Weiterhin betrieb sie im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Universität Brasilia auch Forschungen über das Unternehmen, mitunter in Form von Interviews, die sie mit den Angestellten führte. Bei den MitarbeiterInnen stellt sie einen hohen Frustrationspegel fest: sie werden gehindert, qualitativ hochwertige Medienarbeit zu leisten, größtenteils durch Zensurfälle – unter diesen gab es auch schon Beiträge, die öffentlich angeklagt und zensiert wurden. Außerdem sprechen wir über die aktuelle Krisensituation und Arbeitslosigkeit in Brasilien.

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[de] Wüste oder Lebensraum? Der semiaride Nordosten

Der Sertão erstreckt sich über die Bundesstaaten Alagoas, Bahia, Ceará, Paraíba, Pernambuco, Piauí, Rio Grande do Norte und Sergipe, bis in den Norden von Minas Gerais auf einer Fläche die etwa so groß ist wie Frankreich, Deutschland und England zusammen. Die Region wird oftmals als Armenhaus der Nation bezeichnet weil die periodisch auftretenden Trockenperioden in der Vergangenheit zahlreichen Menschen das Leben kosteten und zu einer großen internen Migration in Richtung der Großstädte führte.

Das regionale Institut für angepaßte Kleinbauernlandwirtschaft und Tierhaltung (IRPAA) versucht dieses Bild der Region zu verändern indem es erfolgreiche Beispiele einer eine neuen klimagerechten Wirtschafts- und Lebensform dokumentiert und weiter verbreitet.

Haroldo und Maria arbeiten schon seit Jahrzehnten beim IRPAA und geben uns einen ersten Einblick in die Region.

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avatar Maria Oberhofer
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[de] vaza jato – die Enthüllungen von The Intercept

Im Juni 2019 begannen die Enthüllungen der Plattform The Intercept zu den Verbindungen zwischen der ermittelnden Staatsanwaltschaft und dem mit dem Fall betrauten Richter Sergio Moro, der mittlerweile Justizminister ist.

Eine mögliche Konsequenz dieser Enthüllungen könnte die Freilassung des ex-Präsidenten Lulas führen weil dieser offensichtlich in einem politisch motivierten Prozess verurteilt wurde.

Wir sprechen mit Mario Schenk der zu den Enthüllungen auf der Plattform Amerika21.de berichtet.


avatar Mario Schenk

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[de] 100 Tage Bolsonaro

Die Nacht der langen Messer ist vorerst ausgeblieben. Das ist die Kurzbilanz nach dem 1. Quartal der Regierungszeit von Bolsonaro. Die Einstellung der Regierung hat sich allerdings nicht geändert. Vielmehr mussten die “Vamos dar um jeito” (etwa: “Wir kriegen das irgendwie hin”) Fraktion anerkennen, dass Politik komplizierter ist und ein Präsident kein alleinherschender König ist.

In den letzten Wochen fand sowohl die Frühjahrstagung der Kooperation Brasilien in Frankfurt als auch das europäische Treffen der Freundinnen und Freunde der Landlosenbewegung in Paris statt. Eine gute Gelegenheit um sowohl mit Aktivist*innen aus Brasilien als auch innerhalb der europäischen Soli-Szene eine erste Bilanz der Regierung von Jair Bolsonaro zu ziehen und gemeinsam zu überlegen was eine adequate Antwort der sozialen Bewegungen auf die vielfältigen Bedrohungen sein könnte.

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[de] Kein Recht auf Leben?

Die Lage der Indigenenrechte unter Präsident Bolsonaro

Seit dem Beginn der Amtszeit des rechtsextremen und neoliberalen Präsidenten Jair Bolsonaro Beginn des Jahres 2019 steht es um Indigenenrechte in Brasilien immer schlechter: strukturelle Repressionen und offene Gewalt nehmen zu, die Indigenenbehörde FUNAI bekommt Zuständigkeitsbereiche abgesprochen und die Regierung erschwert NGOs und Aktivist*innen die Arbeit. Wir sprechen in der Sendung mit Flavio Machado vom Indigenen Missionsrat CIMI und mit Glicéria Tupinambá, der Schwester von Cacique Babau, dem Leader der Tupinambá de Olivença. Glicéria und ihre Familie erfuhren in der Vergangenheit immer wieder Morddrohungen, weil sie sich für die Landrechte der indigenen Gemeinschaft Tupinambú de Olivenca einsetzen. Jüngst ist der in einer Whatsapp-gruppe organisierte Mordplan gegen sie aufgedeckt und von den Tupinambá zur Anzeige gebracht worden. Beteiligt an dem Mordplan sind Milizen, Landwirte und Teile der Polizei.

Flavio Machado und Glicéria Tupinambá befinden sich gerade in Genf, wo sie beim Hochkommissariat für Menschenrechte der UN als Berater über die Situation der Indigenenrechte in Brasilien vor allem auch im Zusammenhang mit der neuen Regierung unter Bolsonaro berichten. Wir sprechen mit ihnen über ihre Kämpfe, die Aussichten auf Unterstützungen durch die UN und auch die EU und über das Leben in einem Alltag, der von Morddrohungen durchschnitten wird.


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[de] Die Katastrophe wiederholt sich

Nach dem Dammbruch von Mariana im November 2015 brach am 25. Januar 2019 wieder ein Rückhaltebecken gefüllt mit Eisenerz-Schlamm. Wieder in Minas Gerais. Wieder ist der ehemalige Staatskonzern Vale beteiligt. Diesmal trifft es den Rio Paraopeba, einen Zufluß des Rio São Francisco der für die Wasserversorgung des trockenen Nordostens von großer Bedeutung ist.

Wir sprechen zunächst mit Carine Guedes Ramos von der Bewegung der Staudammbetroffenen (MAB) über die Arbeit mit den direkt von dem Dammbruch Betroffenen und die juristischen und politischen Konsequenzen dieser Umweltkatastrophe. In der zweiten Hälfte des Programms sind wir verbunden mit Camila Nobrega die an der Freien Universität Berlin zum Thema Staudämme promoviert und gerade vor Ort ist.

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[de] Liebe ist eine Form des Widerstands

Die Anliegen der LGBTI Gemeinde angesichts des Präsidenten Bolsonaro

Die LGBTI-Hass-Reden des aktuellen Präsidenten Jair Bolsonaro nicht nur während seines Wahlkampfs sondern auch während seiner Zeit als Abgeordneter lassen befürchten, dass schwer erlangte rechte der Community bedroht sind und den Minderheiten im Land sich auf stürmische Zeiten einstellen müssen.

Unser heutiges Programm begrüßt Ananda Puchta, Anwältin der Secretária da Comissão da Diversidade Sexual e de Gênero von der OAB als Gast. Sie hat die Gruppe bei der Übergabe von der Temer Regierung zum neuen Präsidenten begleitet. Ananda hat aktuelle Zahlen bzgl. der “Karte der Gewalt”, einen Bericht vom Treffen mit der zukünftig zuständigen Ministerin, Damaris Alves und einen Einblick in das Forderungspaket der LGBT Gemeinde an Bolsonaro.Die Ministerin für Familie und Menschenrechte Damaris Alves ist Pastorin einer evangelikalen Kirche und für ihre polemischen Positionen bzgl. LGBTI Gruppen und anderer Minderheiten bekannt.

Außerdem ist in diesem Program Shady und Talita mit dabei die an einer “Massenhochzeit” am 16.12.2018 in Belo Horizonte teilgenommen haben. Diese Hochzeit war nicht nur ein Zeichen ihrer Liebe sondern hauptsächlich ein politisches Zeichen des Widerstands gegen den Abbau von Menschenrechten in Brasilien. Sie berichten von ihren Erfahrungen und ihren Eindrücken der aktuellen Regierung

Visitas:

avatar Shadya Muniz
avatar Ananda Puchta

+1C@fé-Team:

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