[19/08/03] Olinda / Recife

Nach unserem ersten Besuch bei der Grupo Ruas e Pracas haben wir für den nächsten Tag mit Jugendlichen Teilnehmer*innen getroffen um ihre Eindrücke des Projekts einzufangen. Daraus wird ein kleiner Radiobeitrag für Radio Dreyeckland entstehen.

Neben den Arbeitstreffen gab es aber durchaus noch Zeit Recife und Olinda etwas zu erkunden. Wir konnten das Luiz Gonzaga Museum am Cais do Sertao besuchen und haben dort Damaris kennengelernt. Sie arbeitet in dem Museum – studiert aber eigentlich Akkordeon und ist ab September für ein Jahr in Portugal. Wir haben gleich mal Kontakte ausgetauscht, denn im Dezember findet ja wieder das Forrózin Freiburg Festival statt. Vielleicht kommt sie auch mit ihrem Akkordeon vorbei und spielt ein wenig für uns. Abends fand dann ein Konzert mit vier Forró Bands anlässlich des 30sten Todestags Luiz Gonzaga statt, bei dem als letztes auch das Quinteto Violado auftrat. Das Quinteto Violado spielte damals mit eben dem geehrten Luiz Gonzaga und Dominguinhos. Am Ende des Konzerts hatte dann Damaris einen kleinen Gastauftritt.

Nachmittags in Olinda wurden wir von einem einbeinigen Fremdenführer in die Geschichte der Stadt eingeweiht. Prinzipiell schien er recht kompetent aber bei einigen Zahlen und Stories wurde ich schon stutzig. Angeblich hat er sein Bein bei einem Haiangriff während des Surfens verloren. In der Casbah, einer lokalen Forró Kneipe, sollen seiner Schilderung nach hunderte Leute reinpassen. Wir konnten die Bar leider nicht besuchen, weil wir zu früh dran waren aber von außen beurteilt kann ich mir das Fassungsvermögen kaum vorstellen. Seis drum – viele Geschichten die er uns erzählte klangen spannend – ob sie nun alle korrekt waren oder nicht.

Dann noch ein paar Worte zur Mobilität in Olinda / Recife. Die autogerechte Stadt dominiert auch hier offensichtlich die Planungsbüros der Stadtverwaltung. Sechsspurige Einbahnstraßen mit nur wenigen Bettler-Ampeln zum queren für Fußgänger sprechen eine eindeutige Sprache. Allerdings gibt es auch Licht am Ende des Tunnels. Seit einigen Jahren werden Fahrradwege angelegt und das gut gewartete Fahrradleihsystems der Banco Itau bringt viele (vor allem junge) Menschen aufs Rad. Eine schweizer Freundin von uns radelt tatsächlich täglich ihre 25 Minuten von Olinda nach Recife und das praktisch nur auf Fahrradwegen.

Für uns spielt das Fahrrad allerdings kaum eine Rolle. Dank GoogleMaps schaffen wir es den einen oder anderen Bus zu nehmen. Aber meistens bewegen wir uns aus Bequemlichkeit einfach per Uber. Ob zu Terminen in der Stadt, zum Busterminal oder zurück ins Hotel. Scheinbar ist immer ein uber-Fahrer oder eine uber-Fahrerin um die Ecke die nur darauf wartet uns abzuholen. Zum Terminal heute sind wir mit einem Vertreter der Pharmaindustrie gefahren der am Wochenende als Therapie ein paar Stunden uber fährt. Er komme durch das uber fahren mit vielen Menschen in Kontakt was ihm bei der Überwindung seiner Depression hilft. Er ist davon sehr überzeugt und wir freuen uns, dass unsere Fahrt zum Terminal auch gleich noch gegen seine Depression hilft.

Jetzt sitzen wir gerade im Nachtbus nach Juazeiro / Petrolina wo ein straffes Programm von unseren Gastgebern vorbereitet wurde. Wir werden die Projekte von IRPAA besuchen und hoffentlich auch einen +1C@fé Podcast aufnehmen.

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