[de] Hatespeech: zwischen Hasskommentaren und struktureller Diskriminerung

Hatespeech – ein Begriff der im Moment in verschiedenen Diskursen immer wieder auftaucht. Während in Deutschland in der letzten Zeit viel über die Entfernung von rechten, hetzenden Hasskommentaren aus dem Internet diskutiert wird, steht man in Brasilien vor dem Problem, dass rassistische oder homophobe diskriminierende Aussagen auf politischer Ebene (wieder) zur Tagesordnung zu gehören scheinen. Einflussreiche rechte Politiker wie zum Beispiel Jair Bolsonaro, der auch ein möglicher Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2018 ist, äußern in der Presse oder im Parlament diskriminierende Worte gegen jene sozialen Gruppen, die besonders vulnerabel sind. Die Aussagen landen dann teilweise als Videoclips auf sozialen Plattformen, wo sie mit zustimmenden diskriminierenden Kommentaren versehen werden. Ein Szenario das mit dem Einzug von knapp 100 Parlamentarier*innen der AfD vielleicht auch in Deutschland bald zur traurigen Realität werden könnte.

Wie und ob rechtlich gegen diese rassistischen, homophoben und sexistischen Hatespeeches vorgegangen werden kann und worin eventuell eine strukturelle oder politische Ursache für diese Entwicklungen liegen kann, verdeutlicht uns unser Gast, Renato Almeida de Freitas Junior.

Renato hat an der Bundesuniversität Paraná Jura studiert und arbeitet dort jetzt im Bereich des Strafrechts, der Kriminologie und der Gewaltsoziologie. Er setzt sich als Anwalt für benachteiligte soziale Gruppen ein und nimmt eine wichtige Rolle innerhalb des Movimento negro ein – eine Bewegung, die sich für Menschenrechte für die afrobrasilianische Bevölkerung und die Periferien Brasiliens einsetzt. Renato hält an verschiedenen Orten in Brasilien immer wieder Vorträge oder Diskussionen zu diesem Thema und versucht damit, die Relevanz der Emanzipation der afrobrasilianischen Bevölkerung und das Bewusstsein bezüglich der sozialen Wirklichkeiten in Brasilien an ganz verschiedene Menschen heranzutragen.

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